FÜR SIE Artikel: „Meine Mutter hat Demenz – Töchter zwischen Liebe und Überforderung“ • Teil 1

Interview mit Carmen Uth in der FÜR SIE
Artikel in der FÜR SIE: "Meine Mutter hat Demenz - Töchter zwischen Liebe und Überforderung" • Teil 1

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MAGAZIN FÜR SIE: Töchter erzählen, wie sie damit fertig werden

MEINE MUTTER HAT DEMENZ

Vor kurzem hat Inken Bartels, Stellv. Ressortleitung Report & Reise, Mediengruppe Klambt ein Interview mit mir geführt, das in der Ausgabe 6, am 3.3.21 in der FÜR SIE erschienen ist.

Im Interview erzähle ich unverhüllt, welche Herausforderungen die Begleitung von demenzerkrankten Eltern mit sich bringt und wie es das eigene Leben beeinflusst…

 

Hören Sie sich gerne den Inhalt des Interviews, den ich Ihnen gerne vorlese, hier an:

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Was ist bei Demenz wichtig?

Zu Beginn ihrer Erkrankung haben Demenz kranke Menschen eine unglaubliche Gabe, ihre Krankheit zu verstecken.

Sie spüren zwar, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber sie haben Angst davor, enttarnt zu werden und dann unerwünschte Konsequenzen erfahren zu müssen.

Wenn ich meine Mutter im Anfangsstadium beispielsweise gefragt habe: „Was hast Du denn zu Mittag gegessen?“, antwortete sie clever: „Ach, das ist doch gar nicht wichtig„. 

Was auch immer ich sie fragte und sie konnte die Antwort nicht beantworten –  sie gab es nicht zu, sondern verpackte es geschickt in eine Gegenfrage.

Dass es ein Thema mit der Erinnerung gab, habe ich auch daran gemerkt,  dass sie mir ein und die selbe Frage immer wieder wiederholte.

Wenn wir spazieren waren, hatte sie Angst, zu weit zu laufen, weil sie den Weg nicht mehr erkannte. Natürlich hat sie darüber nicht gesprochen. Sie zog mich am Arm, um mich zur Rückkehr zu bewegen.

Alltägliches fiel ihr immer schwerer. Sie konnte den Müll nicht mehr sortieren oder wusste nicht, wie man ein Gericht zubereitet.

Meine intuitive Stimme sagte mir, dass da irgendwas nicht stimmt. 

Wenn es auch Ihnen so gehen sollte, dann vertrauen Sie Ihrer Intuition. Auch wenn andere Familienmitglieder nicht Ihrer Meinung sind. Gehen Sie mit Ihrem Angehörigen zu einem Neurologen und schaffen Sie Klarheit.

Denn gerade zu Beginn der Demenz gibt es inzwischen Möglichkeiten, die Betroffenen zu behandeln und damit die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs abzubremsen.

Teil 1:
Meine Tipps in der frühen Phase der Demenz für Sie:

1. Vitamin B12 Check

Vitamin B12 Mangel kann Symptome der Demenz verursachen. Im besten Fall liegt tatsächlich nur der B12 Mangel vor, der gut behandelbar ist. Im Falle meiner Mutter war das leider nicht der Fall.

 

2. Unterstützung holen

Holen Sie sich frühzeitig Hilfe von Fachleuten! Erstens: Sie müssen das nicht alleine durchstehen und zweitens: Sie bekommen dadurch Informationen, die Sie befähigen, schneller das Richtige tun zu können.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet telefonische Unterstützung zu jedem erdenklichen Thema.

Alzheimer-Telefon

030 – 259 37 95 14

Sie erhalten u.a. Tipps, wie Sie mit dementen Menschen am besten umgehen. Holen Sie sich Rat von Experten und vermeiden Sie endlose Diskussionen mit Unwissenden.  Das bringt meist gar nichts, hilft dem Betroffenen nicht und kostet nur sinnlose Kraft.

Kraft werden Sie auf jeden Fall im Verlauf der Krankheit brauchen!

Jedes einzelne Quäntchen an Kraft,
das Sie sich und ihrem geliebten 
Familienmitglied
ersparen, ist wichtig!

3. Neurologischer Untersuchungstermin

eien Sie auf jeden Fall bei der neurologischen Untersuchung dabei! Meine Mutter war nach der Untersuchung sehr betroffen, verwirrt und verängstigt. Das ist nachvollziehbar, denn durch die Tests kommt klar zum Vorschein, welche Fähigkeiten bereits beeinträchtigt oder nicht mehr vorhanden sind.

Der Betroffene bekommt leider mit, was er nicht mehr kann!!

Natürlich hatte ich die Jahre zuvor versucht, mit meiner Mutter zu klären, wie sie es gerne hätte, wenn irgendetwas passiert, dass sie nicht mehr selbständig sein kann. Leider hat sie sich gegen solche Gespräche versperrt und ich wußte damals nicht, wie ich sie für das Thema hätte öffnen können. Das allerdings hatte zur Folge, dass ich ohne ihr klares Statement Schritte ergreifen musste.

Wenn Sie mit Ihren Angehörigen klären, was wie  im Falle des Falles geschehen soll
entlasten Sie sich und können
die 
Verantwortung leichter tragen.

4. Allgemeine Vollmacht & Patientenverfügung​

Idealerweise haben Sie zu dem Zeitpunkt die notarielle Allgemeine Vollmacht und Patientenverfügung in den Händen und können somit alle wichtigen Entscheidungen treffen und Massnahmen in die Wege leiten.

[Die Allgemeine Vollmacht und Patientenverfügung empfehle ich im übrigen JEDEM! Dazu werde ich demnächst einen weiteren Beitrag veröffentlichen, denn ich stelle immer wieder fest, dass die meisten Menschen in dieser Hinsicht weder vorbereitet, noch abgesichert sind]

Wir – damit meine ich unsere Familie – haben diese Schubladen geschlossen. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass man wichtige Fragen geklärt hat und dass man sich auf die anderen verlassen kann. Unsere Dokumente sind zudem bei Afilio hinterlegt. [Wenn Sie Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne bei mir].

5. Das richtige Pflegeheim finden

Ein gutes Pflegeheim zu finden, ist alles andere als leicht. Natürlich können Sie Ihre Angehörigen auf die Warteliste setzen. Doch oft ist es so, dass erst irgendetwas passieren muss, bevor man dann diesen Schritt geht.

Im Ernstfall bekommt man am leichtesten über die Kurzzeitpflege einen Platz.

Als ich die ersten Symptome bemerkte, mir aber nicht sicher war, ob es wirklich Demenz ist, sie sich aber gegen Untersuchungen wehrte, hatte ich meine Mutter auf die Warteliste in verschiedenen Häusern, die betreutes Wohnen anbieten, gesetzt.

Tatsächlich wurde dann auch mal ein Platz frei, doch meine Mutter war einfach nicht bereit zu diesem Schritt.

Und so kam es, wie es in sehr vielen Fällen geschieht: Meine Mutter landete mit einem Schwächeanfall im Krankenhaus. Dort wurde klar, dass sie nicht mehr alleine leben darf und dass selbst betreutes Wohnen nicht mehr drin war.

Sie bekam dann einen Platz im Pflegeheim zur Kurzzeitpflege. Damals hatten wir noch keine Ahnung, worauf zu achten ist. Deshalb waren 2 (!!) Umzüge notwendig, bis wir ein wirklich gutes Haus gefunden hatten.

Und damit es Ihnen NICHT so ergehen muss, hier meine Tipps, was bei der Wahl des Pflegeheims wichtig ist.

Wichtig: Das sind lediglich meine Erfahrungen. Ich würde auf jeden Fall mit der Alzheimer Gesellschaft und/oder Ihrem lokalen Pflegestützpunkt Kontakt aufnehmen und die Liste besprechen. Noch besser ist es, wenn Sie in Ihrem Umfeld eine/n AltenpflegerIN haben. Die kennen die meisten Häuser, haben Insider Einblick und können die besten Empfehlungen aussprechen.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an meine Nachbarin M., die mir damals den entscheidenen Tipp gegeben hat. Und dem Himmel sei dank, dass wir den Platz dann auch tatsächlich bekommen haben.

 

Checkliste für Pflegeheim-Suche für Sie

Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor: Sprechen Sie mit der Alzheimer Gesellschaft und/oder Ihrem lokalen Pflegestützpunkt und/oder mit einer bekannten Altenpflegerin und machen Sie eine Checkliste für sich!

Hier schon mal ein paar Punkte für Sie:
• Machen Sie einen Termin vor Ort mit der Heimleitung oder PDL
• Bringen Sie ausreichend Zeit für dieses Erstgespräch mit
• Lassen Sie sich ALLE Gemeinschaftsräume zeigen
• Falls das Haus eine Abteilung für schwer dementen Menschen hat, lassen Sie sich diese Abteilung zeigen; sollte es in diesen Räumlichkeiten nach … riechen, dann lassen Sie lieber die Finger davon, es sei denn, Sie haben kurzfristig keine Alternative. WICHTIG: In diesem Falle bleiben Sie weiter dran und suchen Sie nach einem geeigneteren Haus. Stellen Sie sich vor, Sie selbst müssten in solch einem Haus leben. Das gibt Ihnen die Kraft, weiterzusuchen
• Achten Sie bei der Besichtigung auf die dort lebenden Patienten: Sind die Patienten gepflegt? Wie füttern die Schwestern die Patienten, gehen sie liebevoll um? Sind die Essräume gepflegt?
• Erkundigen Sie sich UNBEDINGT nach Ärzten: Wie oft kommt der Hausarzt ins Haus? Gibt es einen Neurologen, der regelmäßig kommt? Das ist sehr wichtig, denn Ihr Angehöriger ist angewiesen darauf, dass er regelmäßig neu eingestellt wird mit seiner Medikation. Damit können Sie verhindern, dass Ihr Angehöriger in eine geschlossene Demenzabteilung einer Klinik landet. Versuchen Sie, dies Ihrem Angehörigen und auch sich selbst zu ersparen. Meine Mutter war das erste Mal während der Weihnachtszeit dort. Was ich dort gesehen habe, möchte ich Ihnen hier lieber ersparen. Vertrauen Sie mir lieber stattdessen und schauen Sie von Beginn an, dass regelmäßige, ärztliche und neurologische Betreuung gewährleistet wird. Sollte Ihr Angehöriger Themen mit der Schilddrüse haben, ist regelmässige Blutkontrolle äusserst wichtig. Unruhezustände können aufgrund nicht richtig eingestellter Schilddrüsenwerte folgen. Die Unruhe kann auch zu Aggression führen [lesen Sie hierzu gerne im 3. Teil dieses Blogs Umgang mit Problemen 
• Sprechen Sie auch das Tabuthema Sexualität an – wie geht man damit im Heim um? Wie schützt man Frauen vor ungewollten Herrenbesuchen in der Nacht?
• Fragen Sie, ob die dementen Menschen einen festen Sitzplatz im Speisesaal haben
• Erkundigen Sie sich, wie oft eine Betreuerin kommt
• Checken Sie, wer die Besitzer des Hauses sind: Sind es Investoren, die nur auf Gewinn aus sind oder führt es eine Familie oder Einzelpersion?
• Fragen Sie auch nach dem „Trainingsangebot“: Gibt es Spiel-, Lauf-, Bastel-, Sing-, Gymnastik-Kreise?
• Fragen Sie auch, wie flexibel die Besuchszeiten sind. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen das Heim sagt, dass Sie am besten 1x wöchentlich zu einem festen Zeitpunkt kommen sollen. Haben Sie Verständnis, dass das für das Heim die einfachste Lösung ist. Aber halten Sie sich bitte NICHT daran! Kommen Sie, wenn möglich, 2-3 mal wöchentlich. Idealerweise zu unterschiedlichsten Tageszeiten, damit Sie möglichst viel mitbekommen und leichter entscheiden können, ob Ihr Angehöriger nach der Kurzzeitpflege in diesem Haus gut aufgehoben ist

Lesen Sie gerne auch, wie es mit dem Fortschreiten der Demenz weiter geht:

UNSER DANKESCHÖN

Magazin Fuer Sie

an Frau Inken Bartels,
Stellv. Ressortleitung Report & Reise, Mediengruppe Klambt
für das tiefgründige Interview und den gelungenen Artikel.

Über die EmotionsExpertin

Dipl. Oec. Carmen Uth

Carmen Uth - chancemotion ERFOLG magazin 500

EmotionsExpertin & EmotionsJournalistin

Eine der 500 wichtigsten Köpfe der Erfolgswelt 

ERFOLG Magazin Ausgabe 04/2020

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